Rechner · Kennzahlen

ROAS berechnen: Formel, Rechner und ab wann sich Werbung lohnt

Von Christian Bozic, Gründer von Marketing AIgency · Aktualisiert · 8 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Den ROAS berechnest du, indem du den Umsatz aus deinen Anzeigen durch die Werbeausgaben teilst: 4.000 € Umsatz bei 1.000 € Budget ergeben einen ROAS von 4 bzw. 400 %. Ob das gut ist, entscheidet deine Marge. Dein Break-even-ROAS ist 1 ÷ Bruttomarge, bei 40 % Marge lohnt sich Werbung also erst ab 2,5.

Das Wichtigste

  • ROAS = Umsatz aus Anzeigen ÷ Werbeausgaben. Ein ROAS von 3 heißt: 3 € Umsatz pro 1 € Budget, vor allen Kosten.
  • Break-even-ROAS = 1 ÷ Bruttomarge. Bei 30 % Marge brauchst du 3,33, bei 60 % reichen 1,67.
  • Einen allgemein guten ROAS gibt es nicht. Triple Whale meldet für August 2025 bis Juli 2026 Mediane von 1,88 auf Meta und 3,27 auf Google, profitabel ist aber nur, was über deinem Break-even liegt.
  • Der ROAS aus dem Werbekonto ist meist zu hoch. Gleiche ihn mit dem Umsatz in Shop oder CRM ab, bevor du Budget erhöhst.

ROAS-Rechner

ROAS
3×
ROAS in %
300 %
Break-even-ROAS
2,5×
Rohertrag nach Werbekosten
800

Über dem Break-even: Die Anzeigen tragen sich bei dieser Marge selbst.

Rechnet nur in deinem Browser. Nichts wird gespeichert oder gesendet.

Was bedeutet ROAS?

ROAS steht für Return on Ad Spend, also Umsatz pro eingesetztem Werbe-Euro. Gibst du 1.000 € für Meta-Anzeigen aus und bringen diese Anzeigen 4.000 € Umsatz, liegt dein ROAS bei 4.

ROAS = Umsatz aus Anzeigen ÷ Werbeausgaben

Der ROAS ist eine Umsatzkennzahl, keine Gewinnkennzahl. Wareneinsatz, Versand, Zahlungsgebühren und Retouren stecken nicht drin. Deshalb kann ein ROAS, der im Werbeanzeigenmanager gut aussieht, trotzdem Geld verbrennen. Der Rechner auf dieser Seite fragt darum auch nach deiner Bruttomarge.

Ich führe seit zwölf Jahren Werbekonten, erst in Agenturen, dann auf Kundenseite als Head of Marketing. Die schwierige Frage war selten, wie man den ROAS berechnet. Sie lautet: Reicht meine Zahl? Diese Seite beantwortet das mit deiner eigenen Marge statt mit einem pauschalen Richtwert.

Wie berechnet man den ROAS?

Du brauchst zwei Zahlen aus demselben Zeitraum: den Umsatz, den deine Anzeigen gebracht haben, und das, was du an die Plattformen gezahlt hast. Teile den Umsatz durch die Ausgaben.

  1. Zeitraum festlegen, zum Beispiel die letzten 30 Tage.
  2. Werbeausgaben aus Meta, Google oder TikTok für diesen Zeitraum nehmen (einzeln oder zusammen).
  3. Umsatz aus diesen Anzeigen nehmen, am besten netto, also ohne Umsatzsteuer, nach Rabatten und Retouren.
  4. Umsatz durch Ausgaben teilen: 12.000 € ÷ 3.000 € = 4,0.
  5. Für die Prozentangabe mit 100 multiplizieren: 4,0 × 100 = 400 %.
ROAS als Faktor und in Prozent
Umsatz aus AnzeigenWerbeausgabenROAS (Faktor)ROAS (%)
1.500 €1.000 €1,5150 %
2.500 €1.000 €2,5250 %
4.000 €1.000 €4,0400 %
8.000 €2.000 €4,0400 %

Beide Schreibweisen meinen dasselbe. In Deutschland ist die Prozentangabe verbreitet, in englischsprachigen Teams der Faktor mit x (4x). Achtung bei einer Verwechslung: Ein ROAS von 100 % ist kein Gewinn von 100 %. Er heißt nur, dass Umsatz und Werbeausgaben gleich hoch sind. Nach Wareneinsatz bist du im Minus.

Wie nutze ich den ROAS-Rechner?

Der Rechner steht direkt unter der Zusammenfassung oben auf dieser Seite. Du gibst drei Werte ein und bekommst vier Ergebnisse.

  • Umsatz aus Anzeigen: der Umsatz, der deinen Kampagnen zugeordnet ist, möglichst netto und nach Retouren.
  • Werbeausgaben: was du im selben Zeitraum an die Plattformen gezahlt hast.
  • Bruttomarge in %: Umsatz minus Wareneinsatz, Versand und Zahlungsgebühren, geteilt durch Umsatz.

Du siehst deinen ROAS als Faktor und in Prozent, deinen Break-even-ROAS und den Gewinn oder Verlust nach Werbekosten. Ist die letzte Zahl negativ, obwohl der ROAS gut aussieht, liegt das Problem bei der Marge und nicht bei den Kampagnen.

Wie berechnet man den Break-even-ROAS?

Der Break-even-ROAS ist der ROAS, bei dem deine Werbung weder Gewinn noch Verlust bringt. Liegst du darunter, kostet dich jeder Verkauf mehr Werbung, als er an Rohertrag einbringt. Du berechnest ihn aus deiner Bruttomarge.

Break-even-ROAS = 1 ÷ Bruttomarge (als Dezimalzahl)

Bei 40 % Bruttomarge: 1 ÷ 0,40 = 2,5. Jeder Werbe-Euro muss also mindestens 2,50 € Umsatz bringen, damit er sich selbst trägt.

Break-even-ROAS nach Bruttomarge
BruttomargeBreak-even-ROAS (Faktor)Break-even-ROAS (%)Max. Werbebudget je 100 € Umsatz
20 %5,00500 %20 €
30 %3,33333 %30 €
40 %2,50250 %40 €
50 %2,00200 %50 €
60 %1,67167 %60 €
70 %1,43143 %70 €

Die letzte Spalte ist im Alltag die praktischste: Am Break-even darf dein Werbebudget so hoch sein wie dein Rohertrag, nie höher. Ein Rechenbeispiel: 12.000 € Umsatz, 3.000 € Werbeausgaben, 40 % Marge. Der Rohertrag beträgt 4.800 €, nach 3.000 € Werbung bleiben 1.800 €. Der ROAS liegt bei 4,0 und damit klar über dem Break-even von 2,5.

Was ist ein guter ROAS?

Ein guter ROAS liegt deutlich über deinem Break-even-ROAS. Für eine Marke mit 70 % Marge ist ein ROAS von 2 ordentlicher Gewinn. Für einen Händler mit 20 % Marge ist derselbe ROAS ein Verlust bei jeder Bestellung. Das ist die ehrliche Antwort auf die Frage nach dem guten ROAS, und der Grund, warum Branchenwerte allein in die Irre führen.

Als grober Rahmen helfen veröffentlichte Werte trotzdem. Triple Whale meldet für August 2025 bis Juli 2026 einen Median-ROAS von 1,88 auf Meta über mehr als 40.000 E-Commerce-Marken und 3,27 auf Google über mehr als 21.000 Marken (Meta-Benchmarks, veröffentlicht am 18.08.2026; Google-Benchmarks, veröffentlicht am 20.08.2026). Im Google-Wert steckt in der Regel auch die Markensuche: Wer schon nach dir sucht und auf eine Anzeige klickt, treibt den ROAS nach oben.

Guter ROAS nach Geschäftsmodell (Margen zur Veranschaulichung)
GeschäftsmodellTypische BruttomargeBreak-even-ROASWorauf du achten solltest
Händler, Marktplatz-Verkäufer15 bis 25 %4,0 bis 6,7Braucht einen hohen ROAS, der Preiskampf lässt wenig Luft.
D2C-Marke mit physischen Produkten40 bis 60 %1,67 bis 2,5ROAS nahe Break-even beim Erstkauf kann sich lohnen, wenn Kunden nachbestellen.
Kosmetik, Nahrungsergänzung, digitale Produkte60 bis 80 %1,25 bis 1,67Auch ein niedriger ROAS kann profitabel sein. Erstattungen im Blick behalten.
Abo oder Appunterschiedlichüber den KundenwertNach Amortisationszeit bewerten, nicht nach der ersten Zahlung.
Leadgenerierung, Dienstleistungnicht anwendbarnicht anwendbarKosten pro Lead und Abschlussquote nutzen. ROAS erst, wenn CRM-Umsätze zurückfließen.

Die Margenspannen in der Tabelle sind Rechenbeispiele, keine gemessenen Branchendurchschnitte. Trag deine eigene Marge oben in den Rechner ein, dann hast du deine eigene Schwelle.

ROAS, ROI, POAS oder CPA: Welche Kennzahl ist die richtige?

Jede Kennzahl beantwortet eine andere Frage. Der ROAS misst Umsatz pro Werbe-Euro, der ROI den Gewinn auf die gesamte Investition, der POAS den Rohertrag pro Werbe-Euro und der CPA die Kosten einer einzelnen Conversion.

Werbekennzahlen im Vergleich
KennzahlFormelBreak-even-WertGeeignet für
ROASUmsatz aus Anzeigen ÷ Werbeausgaben1 ÷ BruttomargeSchneller Vergleich von Kampagnen und Kanälen
ROI(Gewinn − Investition) ÷ Investition0 %Gesamtes Marketingbudget inkl. Honorare und Gehälter
POASRohertrag aus Anzeigen ÷ Werbeausgaben1,0Shops mit stark unterschiedlichen Margen je Produkt
CPAWerbeausgaben ÷ ConversionsRohertrag pro Bestellung bzw. KundeLeadgenerierung, Apps, Abos
MERGesamtumsatz ÷ gesamte Werbeausgaben1 ÷ BruttomargePrüfen, ob alle Kanäle zusammen sich rechnen

Der POAS behebt die größte Schwäche des ROAS, weil er Rohertrag statt Umsatz ins Verhältnis setzt. Dafür brauchst du Kostendaten auf Produktebene, die viele Konten gar nicht an die Plattformen übergeben. Die MER erklären wir ausführlich im Beitrag True ROAS: Plattform-ROAS vs. echter Umsatz.

Warum stimmt mein ROAS nicht? Typische Rechenfehler

Die meisten ROAS-Werte sind zu hoch, nicht zu niedrig. Das sind die Punkte, die ich zuerst prüfe, wenn der ROAS glänzt, das Konto aber nicht.

  • Plattform-ROAS addieren. Meta, Google und TikTok zählen einen Kauf jeweils dann, wenn ihre Anzeige beteiligt war. Dieselbe Bestellung taucht so in drei Berichten auf. Metas gängige Einstellung kann Käufe bis 7 Tage nach einem Link-Klick und 1 Tag nach einer Ansicht zurechnen (Meta Business Hilfebereich), Google Ads nutzt standardmäßig ein Klickfenster von 30 Tagen (Google Ads Hilfe). Vergleiche die Summe mit dem Umsatz im Shop.
  • Umsatzsteuer im Umsatz. Schickt dein Pixel Bruttopreise, bläht die Umsatzsteuer von 19 % den ROAS um genau diesen Anteil auf. Ein gemeldeter ROAS von 4,0 auf Bruttopreise sind netto rund 3,36.
  • Retouren und Stornos. Die Plattform behält den Kauf, auch wenn die Ware zurückgeht. Gerade Modeshops sollten ihre Retourenquote abziehen.
  • Versand und Rabatte. Weitergereichte Versandkosten sind kein Produktumsatz, und ein Rabattcode senkt, was tatsächlich ankommt.
  • Modellierte Conversions. Google und Meta ergänzen geschätzte Conversions, die sie nicht direkt messen konnten, etwa wenn Nutzer Cookies ablehnen (Google Ads Hilfe zu modellierten Conversions). Das sind Schätzungen, keine Bestellungen.

Solltest du deine Werbung nach dem ROAS steuern?

Nutze den ROAS, um Kampagnen innerhalb einer Plattform zu vergleichen. Wie viel Budget du insgesamt ausgibst, entscheidest du nach der Firmenzahl: dem Umsatz oder den Leads, die in Shop, CRM oder Tabelle ankommen, nicht im Plattformbericht.

So arbeitet Marketing AIgency. KI-Agenten prüfen Werbekonten bei Meta, Google und TikTok gegen die Firmenzahl aus Shopify, CRM, Google Sheet oder dem eigenen First-Party-Pixel. Jeder Vorschlag landet mit Begründung in einer Freigabe-Warteschlange, ausgeführt wird nur, was du freigibst. Wenn du das mit einer Agentur vergleichst, hilft was eine Meta-Ads-Agentur kostet, für Budgets der Beitrag Facebook- und Instagram-Werbung: Kosten. Die Pläne haben feste Monatspreise ohne Anteil am Werbebudget, mehr unter Preise.

Häufige Fragen

Was bedeutet ein ROAS von 3?

Du hast pro 1 € Werbeausgaben 3 € Umsatz gemacht. Ob das profitabel ist, hängt von der Marge ab: Ab 33 % Bruttomarge ja, darunter nicht.

Ist ein ROAS von 2 gut?

Ja, wenn deine Bruttomarge über 50 % liegt, denn dann ist dein Break-even-ROAS kleiner als 2. Bei 30 % Marge verlierst du mit einem ROAS von 2 an jeder Bestellung Geld.

Wie berechne ich den Break-even-ROAS?

Teile 1 durch deine Bruttomarge als Dezimalzahl. Bei 25 % Marge ergibt 1 ÷ 0,25 = 4, du brauchst also mindestens einen ROAS von 4, um Ware und Werbung zu decken.

Rechne ich den ROAS mit Brutto- oder Nettoumsatz?

Mit Nettoumsatz, also ohne Umsatzsteuer und nach Retouren. Sonst ist dein ROAS in Deutschland allein durch die 19 % Umsatzsteuer um diesen Anteil zu hoch.

Warum ist mein ROAS bei Meta höher als im Shop?

Meta zählt Käufe innerhalb seines Zuordnungsfensters, teils schon nach einer bloßen Ansicht, und andere Plattformen beanspruchen dieselbe Bestellung. Dein Shop zählt jede Bestellung einmal. Für Budgetentscheidungen gilt die Shop-Zahl.

Lass Agenten deinen ROAS gegen den echten Umsatz prüfen

Verbinde dein Meta-Werbekonto, und die Agenten gleichen die Plattformzahlen mit deinem tatsächlichen Umsatz ab. Änderungen schlagen sie vor, du gibst sie einzeln frei. Der Test ist 30 Tage kostenlos, ohne Karte, und die Uhr startet erst mit dem ersten verbundenen Werbekonto.

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Über den Autor

Christian Bozic führt seit zwölf Jahren Werbekonten auf Meta, Google, TikTok und Snapchat, in Agenturen und auf Kundenseite, zuletzt als Head of Push Marketing bei einer Münchner App-Firma. Mit Marketing AIgency hat er die tägliche Kontoarbeit in Agenten gesteckt, die vorschlagen, und einen Menschen, der entscheidet.

Weiterlesen

Quellen

  1. Meta Business Hilfebereich: Attributionsmodelle und Attributionseinstellungen
  2. Google Ads Hilfe: Conversion-Zeiträume
  3. Google Ads Hilfe: Modellierte Online-Conversions
  4. Triple Whale: Facebook Ad Benchmarks by Industry (Daten Aug. 2025 bis Juli 2026, veröffentlicht 18.08.2026)
  5. Triple Whale: Google Ads Benchmarks by Industry (Daten Aug. 2025 bis Juli 2026, veröffentlicht 20.08.2026)