Ratgeber · Reporting

Marketing Reporting und Marketing Dashboard: was rein gehört und womit du es baust

Von Christian Bozic, Gründer von Marketing AIgency · Aktualisiert · 8 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Ein gutes Marketing Reporting beginnt mit den Zahlen aus deinen eigenen Systemen: Umsatz oder Leads, gesamte Werbeausgaben und das Verhältnis der beiden (MER), dann Kundengewinnungskosten und Deckungsbeitrag nach Werbung. Plattformzahlen wie ROAS, CPA und CTR je Kanal kommen danach, weil Meta, Google und TikTok Conversions jeweils nach eigenen Regeln zählen und sich überschneiden. Gebaut wird das Dashboard meist in Data Studio (früher Looker Studio, kostenlos) mit einem Daten-Connector oder in einem BI-Tool wie Power BI für 14 US-Dollar pro Nutzer und Monat.

Das Wichtigste

  • Jeder Bericht startet mit Firmenumsatz oder Leads, Gesamtausgaben und MER. Plattform-ROAS steht in einem eigenen Abschnitt.
  • Conversions von Meta, Google und TikTok nie addieren. In Deutschland beanspruchten die drei im September 2026 bei einer App zusammen das 2,2-Fache des echten Umsatzes.
  • Gründer, Marketing-Leitung und Finanzen brauchen verschiedene Ansichten desselben Berichts.
  • Tools reichen von kostenlos (Plattformen, Data Studio) über Connectoren ab 39 € im Monat bis zu Datenpipelines ab 300 US-Dollar im Monat (Stand September 2026).
  • Wöchentlich an die Leute, die Kampagnen steuern, monatlich an Geschäftsführung und Finanzen.

Was gehört in ein Marketing Reporting?

Ein Marketing Reporting beantwortet für seinen Leser eine Frage: Kommt das Geld, das wir in Werbung stecken, zurück, und was machen wir als Nächstes? Deshalb stehen oben die Geschäftsergebnisse, darunter die Erklärung je Kanal, am Ende die Änderungen und nächsten Schritte. Wie tief es geht, hängt vom Leser ab.

Was welcher Leser aus dem Bericht braucht
LeserKernfrageWichtigste KennzahlenDetailtiefe
Gründer oder GeschäftsführungWächst das Geschäft durch Marketing profitabel?Umsatz oder Leads, Gesamtausgaben, MER, CACEine Seite, Verlauf über 8 bis 12 Wochen
Marketing-LeitungWelche Kanäle, Kampagnen und Tests funktionieren?Ausgaben, CPA und ROAS je Kanal, Neu- und Bestandskunden, TestergebnisseKanal und Kampagne
FinanzenWas haben wir ausgegeben, und hat es sich gerechnet?Ausgaben gegen Budget, CAC, Deckungsbeitrag nach Werbung, AmortisationMonatlich, abgeglichen mit Rechnungen
Media BuyerWas ändere ich heute?CPA, CPM, CTR, Frequenz, Ermüdung der AnzeigenAnzeigengruppe und Anzeige, täglich

Ein einzelner Bericht bedient selten alle vier. Bewährt hat sich ein Dashboard mit einer Übersichtsseite oben und Detailseiten darunter: Die Geschäftsführung hört nach Seite eins auf, der Buyer geht drei Ebenen tiefer.

Welche KPIs zählen wirklich?

Zählen die Kennzahlen, die du mit deinem Kontoauszug abgleichen kannst: Umsatz aus Shop oder CRM, Werbeausgaben über alle Plattformen und was nach beidem übrig bleibt. Plattformzahlen helfen beim Steuern innerhalb eines Kanals, sie bleiben aber Schätzungen.

Kern-KPIs für ein Werbe-Reporting
KPIFormelVerlässliche QuelleWer liest sie
MER (Marketing Efficiency Ratio)Gesamtumsatz ÷ gesamte WerbeausgabenShop oder CRM plus WerberechnungenGeschäftsführung, Finanzen
CAC (Kundengewinnungskosten)Marketingausgaben ÷ NeukundenCRM oder Shop, nur NeukundenGeschäftsführung, Finanzen
Deckungsbeitrag nach WerbungUmsatz − Wareneinsatz − variable Kosten − WerbeausgabenBuchhaltungFinanzen
Plattform-ROASVon der Plattform zugeordneter Umsatz ÷ Ausgaben auf dieser PlattformMeta, Google, TikTokMarketing-Leitung, Buyer
CPA / Kosten pro LeadAusgaben ÷ gemeldete ConversionsWerbeplattform, gegen CRM geprüftMarketing-Leitung, Buyer
CTR, CPM, FrequenzKlicks ÷ Impressionen, Kosten je 1.000 Impressionen, Impressionen ÷ ReichweiteWerbeplattformBuyer

MER = Gesamtumsatz ÷ gesamte Werbeausgaben (alle Kanäle, gleicher Zeitraum)

Der MER enthält auch Umsatz, der ohne Werbung gekommen wäre, er misst also nicht die reine Wirkung der Anzeigen. Trotzdem ist er die ehrlichste Kopfzahl, weil ihn niemand doppelt zählen kann. Den vollen Vergleich zwischen MER und Plattform-ROAS findest du im Beitrag zum True ROAS.

Warum darfst du Conversions von Meta, Google und TikTok nicht addieren?

Jede Plattform zählt einen Kauf, wenn ihre Anzeige den Kunden innerhalb ihres eigenen Zeitfensters berührt hat. Hat eine Kundin ein TikTok-Video gesehen, auf eine Meta-Anzeige geklickt und dann bei Google gesucht, können alle drei dieselbe Bestellung beanspruchen. Addiert ergibt das Umsatz, den es nie gab.

Wir sehen das in echten Daten. Eine Connected-Car-App steuert ihre Werbung mit dem Agenten-System von Marketing AIgency. In Deutschland beanspruchten Meta, Google und TikTok im September 2026 zusammen das 2,2-Fache des Umsatzes, den die Firma tatsächlich gemacht hat. Google allein meldete 31,3 k €, die Firma erzielte 23,4 k €.

Dazu ändern sich die Regeln laufend. Google Ads nutzt für die meisten Conversion-Aktionen datengetriebene Attribution als Standard und unterstützt die Modelle erster Klick, linear, zeitbasiert und positionsbasiert nicht mehr (Google Ads Hilfe). Meta hat am 12. Januar 2026 die Zeitfenster 7 Tage und 28 Tage nach Ansicht aus der Ads Insights API entfernt und begrenzt Unique-Werte und stündliche Aufschlüsselungen auf 13 Monate Historie (Meta for Developers, 16. Oktober 2025). Dashboards, die diese Zahlen zogen, sprangen über Nacht, obwohl sich der Umsatz nicht änderte.

Die Lösung: Plattformzahlen in einen eigenen Abschnitt, klar als Plattformzahlen beschriftet, und die Firmenzahl nach oben. Wie die verschiedenen Modelle den Erfolg verteilen, erklärt der Beitrag zu Attributionsmodellen.

Welche Tools für ein Marketing Dashboard gibt es, und was kosten sie?

Die meisten Lösungen haben drei Schichten: die Datenquellen (Werbeplattformen, Shop, CRM), einen Connector, der die Daten holt, und die Oberfläche, auf der du sie ansiehst. Du kannst alles in einem Tool kaufen oder selbst zusammenstecken.

Reporting-Tools im Vergleich, Preise Stand September 2026
ToolWas es istPreisPasst für
Meta Werbeanzeigenmanager, Google Ads, TikTok Ads ManagerEingebaute PlattformberichtekostenlosTägliches Steuern in einem Kanal, nicht für kanalübergreifende Summen
Data Studio (früher Looker Studio)Kostenloser Dashboard-Baukasten von Googlekostenlos; Pro 9 US-Dollar pro Nutzer, Projekt und MonatTeams mit Google Ads, GA4 und Google Sheets
SupermetricsConnector für Werbedaten nach Sheets, Data Studio und mehrab 39 € im Monat bei Jahreszahlung (49 € monatlich), 3 Quellen, 1 NutzerMeta- und TikTok-Daten in Data Studio oder Sheets
FunnelDatenpipeline, die Marketingdaten sammelt und bereinigtab 300 US-Dollar im Monat bei JahreszahlungViele Quellen, Währungsumrechnung, saubere Daten fürs BI
AgencyAnalyticsKundenberichte für Agenturen20 US-Dollar pro Kunde und Monat bei JahreszahlungAgenturen mit White-Label-Berichten
Power BIBusiness Intelligence von MicrosoftDesktop kostenlos; Pro 14 US-Dollar pro Nutzer und MonatFirmen, die Finanzzahlen schon in Microsoft auswerten
Marketing AIgency Vibe ReportingAdd-on: Berichte aus einer Beschreibung in normaler Sprache, Tabellen-UploadAdd-on zu jedem Plan (Preise)Teams, die Antworten wollen statt Dashboards zu bauen

Quellen: Google Cloud Blog zur Umbenennung in Data Studio, 11. April 2026, Data Studio Preise, Supermetrics Preise, Funnel Preise, AgencyAnalytics Preise, Power BI Preise. Alle geprüft im September 2026.

Faustregel: Bei ein oder zwei Kanälen und einem Shopify-Shop reicht Data Studio mit einem Connector. Sobald die Finanzabteilung Marketing und Marge an einem Ort sehen will, lohnt sich ein BI-Tool mit Datenpipeline.

Wöchentlich oder monatlich berichten?

Beides, für verschiedene Leute. Der Wochenbericht ist für alle, die Kampagnen ändern, der Monatsbericht für alle, die Budgets ändern. Tageszahlen gehören in die Plattformen, nicht in einen Bericht.

Berichtsrhythmus nach Zweck
RhythmusLeserInhaltEntscheidungen
Täglich (Dashboard, kein Bericht)Media BuyerBudgetverbrauch, CPA, defekte AnzeigenPausieren, reparieren, Budget im Kanal verschieben
WöchentlichMarketing-Leitung, in kleinen Teams auch GründerFirmenzahl gegen Vorwoche, Kanalaufteilung, Tests, ÄnderungsprotokollTests und Budgetverschiebungen der nächsten Woche
MonatlichGeschäftsführung, FinanzenMER, CAC, Deckungsbeitrag, Budget gegen Ist, Verlauf über 3 MonateBudget für den nächsten Monat, Kanalmix
QuartalsweiseFührungInkrementalitätstests, CAC-Amortisation, Plan gegen IstStrategie und Jahresbudget

Vergleiche Wochen immer von Montag bis Sonntag mit demselben Stichtag. Viele Conversions kommen Tage nach dem Klick, deshalb sehen die letzten zwei, drei Tage jeder Woche schlechter aus, als sie am Ende sein werden.

Wie sieht eine gute Berichtsvorlage aus?

  1. Kernaussage in einem Satz. Zum Beispiel: Umsatz plus 8 % zur Vorwoche bei gleichen Ausgaben, MER von 3,1 auf 3,4.
  2. Firmentabelle. Umsatz oder Leads, Gesamtausgaben, MER, Neukunden und CAC, jeweils gegen Vorperiode und Vorjahr.
  3. Kanalabschnitt, beschriftet als Plattformzahlen. Ausgaben, Plattform-ROAS oder CPA, Anteil am Budget je Kanal.
  4. Was sich geändert hat und warum. Jede Budgetänderung, Pause oder neue Kampagne mit Begründung, aus dem Änderungsprotokoll.
  5. Tests. Was lief, was gewann und woran du es gemessen hast.
  6. Nächste Schritte. Zwei bis fünf Entscheidungen für die nächste Periode, jeweils mit verantwortlicher Person.

Welche Fehler passieren im Marketing Reporting am häufigsten?

  • Plattform-Conversions addieren. Meta, Google und TikTok überschneiden sich, siehe das Beispiel mit dem 2,2-Fachen oben.
  • Vanity Metrics auf Seite eins. Impressionen, Reichweite und CTR beschreiben Aktivität, keine Ergebnisse. Sie gehören in den Buyer-Teil.
  • Zeitfenster mischen. Eine Meta-Zahl mit 7 Tagen nach Klick neben einer datengetriebenen Google-Zahl vergleicht zwei verschiedene Maßstäbe.
  • Kein Bezug zum Geld. Ohne Umsatz, Marge oder CRM-Leads kann ein Bericht nicht sagen, ob mehr Budget sinnvoll ist.
  • Definitionen still ändern. Wer von Brutto- auf Nettoumsatz wechselt, sagt es und rechnet die Historie um.
  • Historie verlieren. Exportiere Plattformdaten regelmäßig, manche Aufschlüsselungen werden nur begrenzt gespeichert.
  • Kein Änderungsprotokoll. Zahlen ohne die Gründe dahinter machen jedes Meeting zum Ratespiel.

Wenn Plattform- und Firmenzahlen auseinanderlaufen, hilft eine Frage nach dem Kauf, welcher Kanal im Kopf der Kunden hängen geblieben ist. Wie das geht, zeigt der Beitrag zur Post-Purchase-Umfrage.

Wie funktioniert Vibe Reporting bei Marketing AIgency?

Vibe Reporting ist in jeder Stufe von Marketing AIgency enthalten. Du beschreibst den Bericht in normaler Sprache, etwa wöchentlicher Umsatz und Ausgaben je Land mit MER und den drei größten Änderungen, und bekommst ihn. Du kannst eine Tabelle hochladen, zum Beispiel einen CRM-Export oder eine Margenliste, und den Zahlen Fragen stellen. Auch der Co-Pilot-Chat baut Berichte, getippt oder diktiert, in jeder Sprache.

Die Daten kommen aus deinen verbundenen Werbekonten und aus deiner Firmenzahl: Shopify, CRM, Google-Tabelle oder unser eigener First-Party-Pixel. Das ist dieselbe Zahl, auf die die Agenten ihre Vorschläge stützen, Bericht und Entscheidungen stehen also auf derselben Grundlage. Meta ist voll live, Google Ads und TikTok verbinden sich genauso per Ein-Klick-Login und laufen wie Meta.

Vibe Reporting ersetzt kein BI-Team, das dein ganzes Geschäft modelliert. Es ersetzt die Stunden, in denen jemand jeden Montag Zahlen aus drei Werbeanzeigenmanagern in eine Tabelle kopiert.

Häufige Fragen

Welches Tool ist das beste für ein Marketing Dashboard?

Das hängt von deinem Stack ab. Data Studio (früher Looker Studio) ist kostenlos und funktioniert mit einem Connector wie Supermetrics auch für Meta und TikTok. Firmen, die Finanzzahlen in Microsoft auswerten, nutzen oft Power BI, Agenturen mit vielen Kunden Tools wie AgencyAnalytics.

Was gehört in ein Facebook Ads Reporting?

Ausgaben, Ergebnisse gegen dein Ziel (Käufe, Leads), Kosten pro Ergebnis, ROAS, CPM, CTR und Frequenz, aufgeschlüsselt nach Kampagne und Creative. Stell Metas Umsatz neben den Umsatz aus Shop oder CRM und beschrifte Metas Zahl als Plattformzahl.

Was ist der Unterschied zwischen MER und ROAS?

Der ROAS teilt den Umsatz, den sich eine Plattform selbst zuordnet, durch die Ausgaben auf dieser Plattform. Der MER teilt den Gesamtumsatz durch alle Werbeausgaben über alle Kanäle. Den MER kann niemand doppelt zählen, den ROAS schon.

Wie oft sollte man im Marketing berichten?

Wöchentlich für die Leute, die Kampagnen steuern, monatlich für Geschäftsführung und Finanzen, quartalsweise für Strategie und Inkrementalitätstests. Tageszahlen gehören in die Werbeplattformen.

Ist Looker Studio noch kostenlos?

Ja. Google hat Looker Studio im April 2026 wieder in Data Studio umbenannt, die kostenlose Version bleibt. Data Studio Pro kostet 9 US-Dollar pro Nutzer, Projekt und Monat (Stand September 2026).

Den Bericht bekommen, ohne das Dashboard zu bauen

Verbinde deine Werbekonten und deine Firmenzahl, lass den Schattenmodus an und sieh, was die Agenten finden. 14 Tage kostenlos, ohne Karte. Die Testphase startet, wenn du dein erstes Werbekonto verbindest, und läuft wie ein bezahlter Plan, mit Freigabe und Ausführung. Nach 14 Tagen endet sie von selbst, berechnet wird nichts.

14 Tage kostenlos testen

Über den Autor

Christian Bozic führt seit zwölf Jahren Werbekonten auf Meta, Google, TikTok und Snapchat, in Agenturen und auf Kundenseite, zuletzt als Head of Push Marketing bei einer Münchner App-Firma. Mit Marketing AIgency hat er die tägliche Kontoarbeit in Agenten gesteckt, die vorschlagen, und einen Menschen, der entscheidet.

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Quellen

  1. Google Cloud Blog: Looker Studio is Data Studio (11. April 2026)
  2. Google Cloud: Data Studio Preise (geprüft September 2026)
  3. Supermetrics: Preise (geprüft September 2026)
  4. Funnel: Preise (geprüft September 2026)
  5. AgencyAnalytics: Preise (geprüft September 2026)
  6. Microsoft: Power BI Preise (geprüft September 2026)
  7. Google Ads Hilfe: Attributionsmodelle
  8. Meta for Developers: Ads Insights API Metric Availability Updates (16. Oktober 2025)